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Bürokratieaufwand in Unternehmen steigt
Die meisten Unternehmen in Deutschland sehen sich mit immer mehr bürokratischen Pflichten konfrontiert.
Der bürokratische Aufwand für Unternehmen in Deutschland nimmt weiter zu. Laut einer repräsentativen Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berichten rund 80 Prozent der Betriebe von einem gestiegenen Aufwand für gesetzliche Berichts- und Dokumentationspflichten in den vergangenen drei Jahren. Mehr als die Hälfte der Unternehmen spricht sogar von einem deutlichen Anstieg. Nur 1,5 Prozent der Befragten geben an, dass die Belastung gesunken sei.
Die Studie zeigt, dass viele Unternehmen vor allem mit den Behörden hadern: Rund 70 Prozent kritisieren zu langsame Verwaltungsverfahren. Gut 60 Prozent bemängeln, dass vorhandene Ermessensspielräume nicht ausreichend genutzt werden. Etwa jedes zweite Unternehmen sieht fehlende Kapazitäten bei der Antragsbearbeitung oder zweifelt an der fachlichen Expertise der Verwaltungen an.
Als wichtigsten Hebel zum Bürokratieabbau nennen mehr als 90 Prozent der Unternehmen weniger umfangreiche EU-Vorgaben. Rund drei Viertel sehen in einer zentral organisierten, digitalen Verwaltung eine Entlastung. Zudem sprechen sich mehr als 60 Prozent für geringere Haftungsrisiken von Verwaltungsmitarbeitern bei Fehlentscheidungen aus, um schnellere Verfahren zu ermöglichen. Viele Betriebe wären bereit, strengere Haftungsregeln zu akzeptieren, wenn der Gesetzgeber im Gegenzug auf detaillierte gesetzliche Vorgaben verzichtet.
Der steigende Bürokratieaufwand hat auch Auswirkungen auf Versicherungen und das Risikomanagement von Unternehmen. So können verzögerte Genehmigungsverfahren oder unklare Vorgaben zu höheren Betriebskosten führen, die sich wiederum auf die Prämien für Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherungen auswirken. Zudem steigt das Risiko von Fehlentscheidungen, wenn Unternehmen aufgrund komplexer Regelungen gegen Pflichten verstoßen – was im Schadensfall zu Haftungsansprüchen und höheren Versicherungsleistungen führen kann.
