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Verdeckte Armut in Deutschland
In Deutschland gibt es keine genauen Zahlen zur verdeckten Armut.
Die Bundesregierung verfügt über keine belastbaren Daten, wie viele Menschen in Deutschland zwar Anspruch auf Grundsicherungsleistungen hätten, diese aber nicht beantragen. Die mögliche Bedürftigkeit in den Mindestsicherungssystemen könne lediglich auf Basis von Befragungsdaten zu Einkommen und Vermögen simuliert werden. Diese Methode gehe mit einer hohen Unsicherheit einher, da Personen, die keine Leistungen beantragen, statistisch nicht erfasst werden können.
Laut Bundesregierung existieren zwar ausreichend Beratungs- und Unterstützungsangebote durch Jobcenter, Beratungsstellen und Ausfüllhilfen. Sozialleistungsträger seien gesetzlich verpflichtet, umfassend zu beraten und über mögliche Ansprüche aufzuklären. Bei als fehlerhaft empfundenen Entscheidungen stünden Betroffenen zudem Überprüfungsmöglichkeiten offen. Dennoch bleibt unklar, inwieweit diese Angebote tatsächlich erreichen, wer sie am dringendsten benötigt.
Für Verbraucher bedeutet die verdeckte Armut nicht nur eine direkte finanzielle Notlage, sondern auch ein erhöhtes Risiko, im Krankheitsfall oder bei anderen existenziellen Krisen unzureichend abgesichert zu sein. Wer keine Grundsicherung beantragt, hat in der Regel auch keinen Zugang zu damit verbundenen Leistungen wie Zuschüssen für Kranken- oder Pflegeversicherungen. Dies kann langfristig zu einer Verschärfung der sozialen Ungleichheit beitragen und die Stabilität des Sozialsystems belasten.
