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Langfristige Herausforderungen des demografischen Wandels
Die Alterung der Gesellschaft in Deutschland wird sich bis 2060 weiter verschärfen. Eine neue Analyse des Berlin-Instituts zeigt, wie sich der demografische Wandel regional unterschiedlich auswirkt – und welche Handlungsfelder sich für Politik und Kommunen ergeben.
Die Babyboomer-Generation tritt schrittweise in den Ruhestand ein – mit weitreichenden Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und Sozialstaat. Eine Analyse des Berlin-Instituts im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung blickt bis 2060 und zeigt, dass die Alterung in zwei Wellen verläuft: Zunächst wächst die Gruppe der 67- bis 79-Jährigen, ab Mitte der 2030er Jahre steigt dann die Zahl der Hochaltrigen ab 80 Jahren deutlich an. Bis 2039 erreichen über 13 Millionen Menschen das Renteneintrittsalter von 67 Jahren.
Die regionalen Unterschiede sind dabei erheblich: Während der Anteil der über 66-Jährigen 2024 in Hamburg bei 16 Prozent lag, waren es in Sachsen-Anhalt bereits 25,3 Prozent. Bis 2045 könnten Landkreise wie Greiz, Altenburger Land oder Spree-Neiße einen Altenanteil von über 31 Prozent erreichen, während Großstädte wie Frankfurt am Main oder Offenbach bei etwa 14 Prozent bleiben.
Die Autor:innen empfehlen Kommunen, Bund und Ländern, die demografische Entwicklung frühzeitig in ihre Planungen einzubeziehen. Dazu gehören der Aufbau von Engagement-Netzwerken für aktive Ältere, Investitionen in Pflege und Wohnraum sowie ein gezielter Ost-West-Erfahrungsaustausch. Auf Bundesebene seien Reformen der Renten-, Pflege- und Sozialsysteme sowie Maßnahmen zur Arbeitskräftesicherung und Erwerbszuwanderung notwendig.
Für Versicherte bedeutet der demografische Wandel, dass die Finanzierung der Sozialsysteme – und damit auch der Versicherungsschutz – langfristig unter Druck gerät. Gleichzeitig bieten sich Chancen, etwa durch die Einbindung aktiver Älterer in ehrenamtliche Tätigkeiten oder die Entwicklung neuer Versicherungsprodukte, die auf die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft zugeschnitten sind.
